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Blick auf die Untergriesbacher Kirche

Krumauer Gymnasiasten zu Gast in Untergriesbach

Freitag, 13. Januar 2017
Schüleraustausch Untergriesbach-Krumau 2016/17
Autor: 
sr
Unter dem Motto "Heute Nachbarn, morgen Freunde" fand in diesem Schuljahr eine interkulturelle Schülerbegegnung zwischen Acht- und Neuntklässlern der Gymnasien Krumau und Untergriesbach statt, gefördert von der Euregio mit Mitteln aus dem Programm für grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Bayern und der Tschechischen Republik.

Gefördert mit Mitteln aus dem Dispositionsfonds der Euregio

Im Oktober war eine Gruppe von 15 Untergriesbacher Schülern, begleitet von den Lehrkräften Stefanie Hasenöhrl und Thomas Wimmer, nach Krumau gereist - und begeistert (die PNP berichtete). Im Januar fand nun der von den Teilnehmern mit Freude ersehnte Gegenbesuch am Gymnasium Untergriesbach statt. Eine Woche lang waren 18 Schüler vom Gymnázium Český Krumlov mit den Lehrerinnen Ilona Šulistová und Jaroslava Talířová bei ihren Austauschpartnern zu Gast. Markus Schlager hatte als Kontaktlehrkraft ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Zahlreiche Untergriesbacher Lehrkräfte halfen mit und so gab es vormittags neben regulärem Unterrichtsbesuch auch Deutschunterricht für die tschechischen und Tschechischunterricht für die deutschen Schüler sowie gemeinsam für alle Teilnehmer Unterricht in englischer Sprache. Hier wurde der Umgang mit Stereotypen vom jeweils Anderen thematisiert, die jahrhundertelange gemeinsame Geschichte der bayerisch-böhmischen Grenzregion beleuchtet, die geografische Lage insbesondere im Hinblick auf die Verkehrsinfrastruktur untersucht oder auch einfach gemeinsam gesungen und musiziert.

Nachmittags stand am ersten Tag Adalbert Stifter im Mittelpunkt. Nach einer anschaulichen Führung von Museumsleiterin Monika Süß durch das Stifter-Museum im Rosenberger Gut wanderten die Schüler mit Schneeschuhen auf den Spuren des Dichters durch den verschneiten Hochwald. Tags darauf gab es einen Akrobatik-Workshop beim Zirkus O'Zelloni. Ein weiterer Programmpunkt war die Erkundung der Passauer Altstadt im Rahmen einer englischsprachigen Stadtrallye, die von der Jugendherberge Passau angeboten wird. In national gemischten Kleingruppen war hier so manche Nuss zu knacken. Anderntags besuchten die Schüler die Handweberei Moser in Wegscheid, wo sie - sichtlich beeindruckt - den Webern bei der Arbeit über die Schulter schauen durften und vom Webmeister in die technischen Hintergründe eingeführt wurden. Als weitere regionale Besonderheit folgte eine Besichtigung des Donaukraftwerks Jochenstein und des Hauses am Strom. Seinen Abschluss fand das Exkursionsprogramm im Granitzentrum Hauzenberg, wo Ludwig Bauer, der Leiter des Zentrums, die geologischen wie auch handwerklich-historischen Gemeinsamkeiten des Böhmerwaldes dies- und jenseits der Grenze eindrücklich greifbar werden ließ.

Schnell war die Woche vorbei. Am Abschlussabend gab es noch Proben des musikalischen Könnens zahlreicher Teilnehmer zu bewundern. Bei der Abreise der Krumauer waren dann durchwegs gerührte Gesichter zu sehen, es floss auch die eine oder andere Träne: Aus Nachbarn sind ein Stück weit Freunde geworden. Auf beiden Seiten ist man sich einig, diesen Schüleraustausch für die kommenden Jahre fest zu etablieren.

veröffentlicht in der PNP vom 24.2.2017